Seit der Öffnung des Landes im Jahr 1854, insbesondere nach dem Russisch-japanischen Krieg (1904/5) und vor allem nach 1945 ist Japan immer stärker ins Blickfeld Europas, Amerikas und schließlich der gesamten Welt gerückt. Unter 'Japanologie' bzw. 'Japanistik' oder 'Japanstudien' wird von Fall zu Fall sehr Verschiedenes verstanden. Schwerpunkte können zum Beispiel vormoderne Kultur und Geschichte oder moderne Kultur und Geschichte oder Politik und Wirtschaft sein. Da Japan überwiegend durch seine sprachlichen Zeugnisse erforscht wird, spielt die praktische Ausbildung in der modernen Sprache des Alltags und der Medien eine wichtige Rolle, an manchen Instituten findet sich darüber hinaus noch eine klassische sprachwissenschaftlich-philologische Sprachausbildung einschliesslich der vormodernen Sprachstufen und diversen Sprach- und Schriftstile seit dem 8. Jahrhundert.
Im Ersten Weltkrieg standen sich Japan und Deutschland als Kriegsgegner gegenüber. So erklärt sich, dass die Außenbeziehungen - auch die kulturellen - der beiden Länder zueinander in den 1920er Jahren kaum eine Rolle spielten. Erst im Nationalsozialismus fand wieder eine Annäherung statt. In den 1930er Jahren traten Japanologen z.T. in eine enge Beziehung zum nationalsozialistischen System. Die wissenschaftliche Arbeit der Japanologie hat trotz herausragender Leistungen unter dieser Interessenvermengung gelitten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg konzentrierte die deutsche Japanforschung sich wieder auf die grundlegenden Fragestellungen der Disziplin, insbesondere auf die Erforschung der traditionellen Kultur Japans. Manche sprachen deshalb auch von einer "Teehäuschen-Japanologie". Noch heute ist rund die Hälfte der deutschen Japanologien diesem traditionsbewußten Zweig zuzurechnen. Das Verdienst der klassischen Japan-Wissenschaft ist es u.a., wichtige Primärquellen zu erschliessen und insbesondere die vormoderne Kultur Japans erforscht zu haben. Mit der Verbreitung der Japanstudien an den Universitäten des In- und Auslands, insbesondere in den Vereinigten Staaten von Amerika, entwickelten sich in den vergangenen Jahrzehnten geistes- und gesellschaftswissenschaftliche Teildisziplinen der Japanologie, deren Spektrum heute alle wichtigen Bereiche des kulturellen, religiösen, gesellschaftlich-politischen und wirtschaftlichen Lebens in Japan in Vergangenheit und Gegenwart umfasst.
Beim Übergang von der klassischen Japanologie zur modernen Japanforschung fand ein Paradigmenwechsel statt. Dieser begann an amerikanischen Universitäten, als praktische Erkenntnisse über den Kriegsgegner benötigt wurden. Die philologische Analyse der vormodernen japanischen Kultur trat z.T. in den Hintergrund. Auch begann man, stärker als zuvor die Methodik diverser theoretisch-komparatistischer Disziplinen (Literaturwissenschaft, Sprachwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Religionswissenschaft, Philosophie, Wirtschaftswissenschaften, Politikwissenschaft, Soziologie usw.) auf Japan anzuwenden. Das Bild des Japanologen änderte sich: Vom Generalisten und interessierten Laien, der im positiven Fall viele Jahre persönliche Erfahrung im Land gesammelt hatte, und ein breites Themenspektrum abdeckte, zum Spezialisten, der eine fundierte Kenntnis eines kleinen Teilgebiets der Japanforschung erwarb. In der Bundesrepublik Deutschland ist dieser Übergang z.T. mit den politisch-klimatischen Veränderungen der späten sechziger Jahre verbunden. Zeitgleich fand auch der wirtschaftliche Aufschwung Japans statt, der die Fragestellungen zu den Entstehungsbedingungen und Problemfeldern der Moderne in den Vordergrund rückte.
Sabine Heber hat Japanologie in Heidelberg studiert und erfolgreich mit einem Master abgeschlossen.
Sabine Heber Japanologin, Interkulturelles Schnittstellen-Management Japan Deutschland, Sprache, Dienstleistungen, Karate
Sabine Heber Japanologin, Interkulturelles Schnittstellen-Management Japan Deutschland, Sprache, Dienstleistungen, Karate, Der Ursprung und die Einordnung der japanischen Sprache bis heute unter den Forschern umstritten. Eindeutig nachgewiesen ist nur die Verwandtschaft zwischen Japanisch und den auf den Ryukyu-Inseln gesprochenen Ryukyu-Sprachen, die von manchen Sprachwissenschaftlern auch als Dialekte des Japanischen klassifiziert werden. Das erste Problem ist, dass das älteste erhaltene japanische Schriftzeugnis, das Kojiki, erst aus dem 8. Jahrhundert nach Christus stammt. Alle Erkenntnisse über die japanische Sprachgeschichte vor diesem Zeitpunkt sind daher linguistische Rekonstruktionen oder sind Übertragungen aus archäologischen oder genetischen Untersuchungen. Das japanische Schriftsystem verwendet die chinesischen Schriftzeichen (Kanji) sowie zwei davon abgeleitete Silbenschriften, Hiragana (für den indigenen Wortschatz) und Katakana (für neuere Lehnwörter).
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Wikipedia Lexikon: Japan Hintergrund Informationen
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